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Musik von vier Emporen

Musik von vier Emporen

Harmonie der Sphären | Cappella Murensis, Il Fuoco eterno

Klingende Himmelskörper! In der Barockzeit herrschte die Vorstellung, dass die Harmonie der Musik die Proportionen des Universums widerspiegelt. Neu war diese Idee nicht: Schon der antike Philosoph Pythagoras sprach von der Sphärenharmonie als universeller Ordnung, die Musik, Zahl und Kosmos verbindet. Der habsburgische Hofmathematiker Johannes Kepler stellte schliesslich durch astronomische Beobachtungen fest, dass das Verhältnis der Bahngeschwindigkeiten der Planeten zueinander mathematisch tatsächlich ziemlich genau musikalischen Akkorden entsprach.

Athanasius Kircher, Universalgelehrter des Papstes in Rom, griff diesen Gedanken auf und entwarf seine Vision einer umfassenden «Weltharmonie». Die Klosterkirche Muri mit ihrem Oktogon und den vier Musikemporen ist steingewordener Ausdruck dieser Vorstellung eines wohlproportionierten, klingenden Kosmos, in dessen Zentrum wir als Zuhörer:innen regelrecht im Klang der vielen Stimmen schweben. Komponisten wie Orazio Benevoli entwickelten in der Mitte des 17. Jahrhunderts den römischen «Kolossalstil» und erschufen durch Vielstimmigkeit und Mehrchörigkeit eindrucksvolle Klangräume.

Diese Ideenwelten und Klangeindrücke sogten Komponisten wie Johann Caspar Kerll oder Johann Philipp Baudrexel während ihrer Studien in Rom auf und trugen sie mit sich zurück in den Raum nördlich der Alpen. Beide waren persönliche Weggefährten des exakt vor vierhundert Jahren in Bremgarten geborenen Johann Melchior Gletle, der sich diese neue Klangsprache ebenfalls aneignete und dadurch zum wichtigsten Schweizer Komponisten seines Jahrhunderts wurde. In ihren Werken erleben wir den Zauber der mehrchörigen Klangarchitektur als berauschende barocke «Himmelsmusik».

Cappella Murensis
Alice Borciani, Jenny Högström, Jessica Jans – Sopran
Jan Börner, Lisa Lüthi, Florencia Menconi – Alt
Jacob Lawrence, Jakob Pilgram, Riccardo Pisani – Tenor
Nicolas Achten, Davide Benetti, Wolf Matthias Friedrich – Bass

Il Fuoco eterno
Gebhard David, Josué Meléndez Peláez – Zink
Henry van Engen, BJ Hernandez, Maximilien Brisson – Posaune
Jean-François Madeuf, Julian Zimmermann – Trompete
Natalie Carducci, Marguerite Wassermann – Violine
Leonardo Bortolotto, Tore Eketorp, Brian Franklin – Viola da gamba
Elizabeth Rumsey – Violone
Nicolas Achten, Julian Behr, Giorgia Zanin – Theorbe
Jörg-Andreas Bötticher, Frederick James, Josef Laming – Orgel

Christoph Anzböck – Leitung

Unter dem Patronat der Vereinigung Freunde der Klosterkirche Muri

Konzerteinführung um 13.30 Uhr

Es stehen vergünstigte Übernachtungsmöglichkeiten in Kombination mit dem Ticket im Drei-Häuser-Hotel Caspar in Muri (056 200 71 00 / info@casparmuri.ch) zur Verfügung.

Kategorie A: CHF 60.00
Kategorie B: CHF 40.00
Konzerteinführung um 13.30 Uhr

Konzertkasse eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn geöffnet.
Weitere Info: Start Vorverkauf: Dienstag, 28. April 2026

Muri Info / Besucherzentrum
Marktstrasse 4, 5630 Muri
Telefonnummer: 056 664 70 11
E-Mailadresse: info@murikultur.ch

https://www.murikultur.ch

Datum

7 Juni 2026 Sonntag

Uhrzeit

14:00 - 15:30

Städte und Regionen

Aarau und Umgebung

Standort

Klosterkirche im Kloster Muri, Marktstrasse 4 , Muri AG, 5630 , Schweiz

Veranstalter

Murikultur - Musik in der Klosterkirche
Telefon
056 664 70 11
E-Mail
info@murikultur.ch
Webseite
https://www.murikultur.ch
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